Samstag, 1. Dezember 2007

365 days ago......ein ganzes Jahr Lovie!





Schaut Euch dieses kleine Puppychen an! 7 Wochen alt! Heute vor einem Jahr sind wir im Schneesturm nach Indiana gefahren und haben ihn in unser Leben geholt!



Und das ist, genau ein Jahr später, aus ihm geworden:


ein junger Mann, der eigentlich IMMER auf der Suche nach etwas Essbarem ist....und der folgende andere Hobbies hat:


beim Spazierengehen plötzlich wie angewurzelt stehenbleiben und sich nicht mehr von der Stelle rühren...


....und alles kaputt machen, was ihm in die Pfoten fällt.....
Happy Anniversary!


Donnerstag, 29. November 2007

Heute noch girl--- morgen im Heim...

... ich musste heute wieder mal feststellen, dass alte Menschen so total anders ticken als wir (noch) Jungen.....In meinem Mixed Media Sculpture Kurs kommt in letzter Zeit die Sprache immer wieder auf den Tod und die Vergänglichkeit des Menschen....das Thema bietet sich auch irgendwie an, denn alle Teilnehmer sind in der Alterssparte 65 bis 85.... ich natürlich nicht.. ich bin immernoch das "girl"! Finde ich gut, ich nehme diesen Begriff gerne für mich in Anspruch... kein Problem.... Wenn irgendwo ein "girl" oder sogar ein "young girl" (wie heute eine Dame mich nannte) gesucht wird, stehe ich gerne auf uns sage stolz: Ja, ICH bin das Girl! Wer weiss wie lange ich diese Scharade noch aufführen kann, da nehme ich doch in der Zwischenzeit alles an Jugend mit was ich kriegen kann....
Also, Tod! Ja, genau.... Die Themen, mit denen sich diese Leute, die ca. 40-50 Jahre älter sind als wir, befassen, sind ganz schön hart...."M. can´t be in class today. Her husband has Alzheimers and he is in day care and there was something wrong, so she came, stayed a couple of minutes and then left quickly."
DAY CARE! Da denkt man, man hätte das mit den Kindern hinter sich gelassen, da geht die ganze Chose wieder von vorne los! Man gibt den Ehemann in der Day Care ab.....
Und zwei andere Damen unterhielten sich darüber, dass man heutzutage für 750 000 Dollars schon ein schönes Apartment im Evanstoner Retirement Home bekommt!
Toll fand ich aber die Geschichte der 97 (!!!) jährigen, die noch wöchentlich zum Computerkurs geht!
Nachdem die Anwesenden die 97 jährige ausführlich gepriesen hatten, erzählte eine Dame von ihrem Thanksgiving Erlebnis: "I was sitting around with my children and the sun was shining on their faces and I kept looking at them and I thought: God, they look old! That was the first time I was thinking that about them... When your children are getting old, that is really weird..."
Und alle anderen Damen stimmten ein: Ja, genau! Ganz komisch wenn deine Tochter graue Haare kriegt! Wem sagst du das? Meine älteste Tochter ist jetzt 49! Wenn ich dann mal irgendwann ins Altersheim komme, kann sie gleich mit mir mitziehen.....

Und dann kamen die Teilnehmer wieder auf das Lieblingsthema meines Kurses zurück: wo möchte ich begraben werden? "Also ich möchte gerne, dass meine Kinder meine Asche im Botanischen Garten verstreuen und im Lake Michigan". "Ja, und ich möchte, dass meine Kinder meine Asche im Museum für Japanische Kunst verstreuen." "Bei meiner Mutter haben wir das damals so gemacht und sind nach Wien geflogen und haben die Asche in der Hofreitschule verstreut"
Ob das alles so stimmt, mag ich zu bezweifeln....aber die Amis an sich haben ja einen Knall... vielleicht hat die Dame das wirklich damals geschafft, die Asche nach Österreich reinzuschmuggeln.....

Gestern hörte ich einen Vortrag in der Evanstoner Bibliothek zur amerikanischen Kunst des 19. Jahrhunderts an. Das war sehr interessant, nur komischerweise sass eine Frau links neben mir, die, bevor der Vortrag losging, einfach eine hinter ihr sitzende Frau ansprach und sagte: "I am 85 now and I was diagnosed with stage 4 colon cancer". (Das ist halt diese besondere amerikanische Art des Small Talks....) Und dann redete sie gross und breit von Ärzten und alternativen Behandlungsmöglichkeiten und fand das irgendwie so unfair, dass gerade sie jetzt diese Krankheit hat, denn sie war doch nie übergewichtig und hat auch nie geraucht und hat sich immer gut ernährt und Sport getrieben. Die Frau erinnerte mich irgendwie an die jungen Leute in der U Bahn, die in den Waggon kommen und unvermittelt loslegen: Hallo, ich bin der Frank und ich bin HIV positiv!
Und als der Vortrag losging, holte die Dame ihren Schreibblock raus und hörte ganz aufmerksam der Vortragenden zu und machte sich Notizen!
Das war irgendwie sehr rührend! Man könnte ja denken: was muss die sich noch Notizen machen? Die ist 85 und hat stage 4 colon cancer.
Aber irgendwie geht das Leben immer weiter und weiter und weiter bis es dann irgendwann nicht mehr weitergeht...

schon ziemlich crazy......

waren heute am Meer....


öhm..... naja, vielleicht nicht Meer..... Lake Michigan....das trifft es dann doch eher... Lovie und ich haben einen kleinen Ausflug gemacht und schauten uns fassenlos zwei Golden Retriever an, die bei Minus 2 Grad im Lake geschwommen sind! Die spinnen, die Retriever!
Leider ist meine Handykamera total doof.... deshalb ist das Foto so schlecht... aber vielleicht kann man doch die Umrisse sehen....einen Park, einen Lake, einen Himmel.....

Mittwoch, 28. November 2007

eben im MOMA Museum Store entdeckt....

....naja, also im Online store..... befinde mich ja gerade nicht in New York.... aber irgendwie rührend sind diese beiden ja schon:


Salz und Pfeffer-Shaker! Soooo toll! Und gar nicht mal teuer: 25 Dollars!

Dienstag, 27. November 2007

Mrs. Glessner goes to Paris....

...und hat mich (und ca. 200 andere Frauen) quasi mitgenommen.... es war sehr nett: wir sassen alle in einem grossen Auditorium im Art Institute und haben gehört, wie Mrs. Glessner 1890 mit ihrem Mann, ihrer 12jährigen Tochter und deren Gouvernante nach Paris geschippert ist. Dort angekommen, hat sie wie eine Besinnungslose eingekauft: Kleider, die damals schon 400 Dollars gekostet haben und Hüte und alles was man als reiche Chicagoer Frau so um die Jahrhundertwende brauchte.... sie hat peinlichst genau Buch über ihre Ausgaben geführt, und das machte es der Vortragenden heute einfach, einen richtig tollen Diavortrag über die "einkaufende Frau des Jahres 1890" zu halten.
Wie interessant: die Glessner Familie hat das Schiff am 18. Februar 1890 in New York betreten und Frau Glessner war schon am 26. Februar 1890 morgens beim berühmten Modedesigner Worth zu Gast und hat sich dort einkleiden lassen. Das heisst ja dann, dass man damals nur ca. eine Woche brauchte um von Europa nach Amerika zu reisen..... ich dachte immer, das hätte viel länger gedauert.... naja, jedenfalls war der Vortrag im Art Institute ganz spassig und nett und ich habe danach auch nur 45 Minuten bis nach Evanston gebraucht--jippieh!
Nur das Parken bringt mich immer an den Rand der Verzweiflung: ich habe 20 Dollars Parkgebühren bezahlt--für 2 Stunden!!!! Das Kleid, das ich heute anhatte, kostete 14,97 $! Das Parken war also teurer als mein Outfit! Ich wette, Mrs. Glessner hätte dies gar nicht gefallen....
400 Dollars für ein Kleid in einer Zeit, in der der Durchschnittsamerikaner ca. 3 Dollars für sein Outfit bezahlte! Sehr interessant.... aber eigentlich ist das heute auch noch so... im Februar war ich in Palm Beach und da fiel mir im hiesigen Neiman Marcus Store ein ganz toller weisser Mantel auf und auf dem Preisschild stand mal ganz locker: 32 000 Dollars!!!
Gott sei Dank war der Mantel gerade auf 14 000 Dollars runtergesetzt-- also ein totales Schnäppchen!
Leider, leider, war er nicht mehr in meiner Grösse vorrätig.... sonst hätte ich ihn natürlich SOFORT gekauft.....

:-)